Empfehlungskampagnen

Benutzerhandbuch

Empfehlungskampagnen

Wie Sie im ERP eine Kampagne anlegen, aus den Empfehlungen Ihrer Kunden eine Zielgruppe aufbauen, sie an eine Werbeaktion übergeben und am Ende ablesen, ob die Ansprache tatsächlich etwas bewirkt hat.

Bereich: Empfehlungskampagnen Zielgruppe des Handbuchs: Mitarbeitende in Marketing und Vertrieb Stand: September 2026

ZusammenfassungWorum es geht

Das ERP berechnet für jeden Ihrer Kunden laufend Produktempfehlungen: Artikel, die dieser Kunde aller Wahrscheinlichkeit nach demnächst wieder oder ergänzend kauft. Eine Empfehlungskampagne ist der Weg, aus diesen Empfehlungen eine konkrete Kundenliste zu machen und sie an eine Werbeaktion zu übergeben.

Das Besondere: Die ausgewählten Kunden werden automatisch in zwei Gruppen geteilt. Die Hauptgruppe bekommt die Nachricht, die Kontrollgruppe bewusst nicht. Nach dem Versand vergleicht das System, wie viele aus jeder Gruppe bestellt haben. So sehen Sie nicht nur, dass nach der Aktion Umsatz entstanden ist, sondern ob er ohne die Aktion nicht ohnehin entstanden wäre.

Der ganze Ablauf besteht aus drei Handgriffen: Regeln festlegen, Zielgruppe aufbauen, Ergebnis ablesen. Aus diesem Bereich heraus wird nichts verschickt — Text und Versand machen Sie wie gewohnt in der Werbeaktion.

Kapitel 1Überblick

Was Sie in diesem Bereich sehen und welche Wörter Ihnen dort begegnen.

Was das Modul leistet

Sie finden den Bereich im Hauptmenü unter Empfehlungskampagnen. Die Startseite zeigt alle Kampagnen Ihres Hauses: Name, Mandant, Typ, die gewählten Regeln und — ganz rechts — die Phase, in der jede Kampagne gerade steckt.

Liste aller Empfehlungskampagnen mit den Spalten Name, Mandant, Typ, Mindestscore, Hauptgruppe, Kontrollgruppe, Erstellt am und Phase.
Abbildung 1: Die Übersicht aller Empfehlungskampagnen. Über Neue Empfehlungskampagne legen Sie eine neue an; die Spalte Phase sagt Ihnen, wie weit jede einzelne ist, ohne dass Sie sie öffnen müssen.

Eine Kampagne durchläuft vier Phasen. Sie werden nicht von Hand gesetzt, sondern vom System aus dem Zustand der Kampagne abgeleitet:

PhaseBedeutung
EntwurfDie Kampagne ist angelegt, eine Zielgruppe gibt es noch nicht.
Bereit zum VersandDie Zielgruppe steht. Versendet wurde noch nichts.
Messung läuftDie Werbeaktion ist raus, der Messzeitraum läuft noch.
AbgeschlossenDer Messzeitraum ist vorbei, das Ergebnis steht fest.

Begriffe

Empfehlung
Ein vom System berechneter Vorschlag „dieser Kunde — dieses Produkt“. Die Berechnung läuft im Hintergrund, Sie müssen sie nicht anstoßen.
Score
Ein Wert von 0 bis 100, der ausdrückt, wie sicher sich das System bei einer Empfehlung ist. Je höher, desto verlässlicher.
Zielgruppe
Die Kunden, die diese Kampagne ausgewählt hat — zusammen mit dem Produkt, wegen dem sie ausgewählt wurden.
Hauptgruppe
Der Teil der Zielgruppe, der die Nachricht tatsächlich erhält.
Kontrollgruppe
Der Teil, der bewusst nichts erhält. Er ist der Vergleichsmaßstab: Ohne ihn lässt sich hinterher nicht sagen, ob die Aktion gewirkt hat.
Messzeitraum
Die Anzahl der Tage nach dem Versand, in denen eine Bestellung noch dieser Kampagne zugerechnet wird. Standardmäßig sieben Tage.
Werbeaktion
Die eigentliche Aussendung mit Text, Kanal und Versandtermin. Sie liegt im Bereich Werbeaktionen und wird aus der Empfehlungskampagne heraus angelegt.

Kapitel 2Schritt für Schritt

Eine vollständige Kampagne, von der leeren Maske bis zum abgelesenen Ergebnis.

1Kampagne anlegen

So gehen Sie vor

Öffnen Sie Empfehlungskampagnen und klicken Sie oben links auf Neue Empfehlungskampagne. Die Kampagne öffnet sich mit drei Registerkarten: Allgemein, Zielgruppe und Ergebnis. Sie arbeiten sie in dieser Reihenfolge ab.

Registerkarte Allgemein einer Empfehlungskampagne mit dem Hinweisfeld „In drei Schritten zur Kampagne“, dem Block „Allgemeine Informationen“ und dem Block „Auswahl und Experiment“.
Abbildung 2: Die Registerkarte Allgemein. Oben steht der Ablauf in drei Schritten, links tragen Sie die Stammdaten ein, rechts die Regeln der Auswahl. Gespeichert wird über Speichern in der Leiste darüber.

Im Block Allgemeine Informationen füllen Sie aus:

FeldWas Sie eintragen
Mandant Das Unternehmen, dessen Empfehlungen verwendet werden. Nach dem Speichern nicht mehr änderbar — Zielgruppe und alle Messwerte hängen daran.
Name Pflicht Ein frei wählbarer Name. Er taucht in der Übersicht auf und steckt auch im Dateinamen, wenn Sie die Zielgruppe als Tabelle herunterladen. Sprechende Namen wie „Wiederkauf Kaffee September“ zahlen sich später aus.
Kampagnentyp Bestimmt, welche Art von Empfehlungen überhaupt in die Zielgruppe darf: Wiederkauf, Cross-Sell, Neues Produkt, Reaktivierung — oder Gemischt, das jede Art zulässt.
Shop Pflicht Für welchen Shop geworben wird. Daran hängt zweierlei: wohin die Produktlinks in Mail und SMS führen, und dass nur Produkte empfohlen werden, die dieser Shop überhaupt führt.

Phase steht daneben nur zur Information. Sie wird berechnet und lässt sich nicht von Hand setzen. Solange noch keine Zielgruppe existiert, steht dort Entwurf.

2Regeln festlegen

Der Block Auswahl und Experiment auf derselben Registerkarte entscheidet, wie streng ausgewählt wird und wie das Ergebnis später gemessen werden kann.

Block „Auswahl und Experiment“ mit den Feldern Mindestscore 30, Hauptgruppe 80 Prozent, Kontrollgruppe 20 Prozent und Messzeitraum mit dem Platzhalter „Standard: 7“.
Abbildung 3: Die vier Felder, die über Größe und Messbarkeit der Kampagne entscheiden. Im Feld Messzeitraum steht grau der Wert, der gilt, wenn Sie nichts eintragen.
FeldWas es bewirkt
Mindestscore Nur Empfehlungen ab diesem Wert kommen in die Zielgruppe. Ein hoher Wert macht die Auswahl treffsicherer, aber kleiner — bei sehr hohen Werten kann sie auch leer bleiben.
Hauptgruppe Anteil der Zielgruppe in Prozent, der die Empfehlung erhält.
Kontrollgruppe Anteil, der nichts erhält. Ohne Kontrollgruppe ist später kein Ergebnis messbar.
Messzeitraum Tage nach dem Versand, in denen eine Bestellung noch als Erfolg dieser Kampagne zählt. Lassen Sie das Feld leer, gilt der hinterlegte Standardwert.
Zur Aufteilung

Die beiden Anteile ergeben zusammen die Zielgruppe. 80 zu 20 ist ein guter Ausgangspunkt: groß genug für Wirkung, mit einer Kontrollgruppe, die noch etwas aussagt. Fällt die Kontrollgruppe sehr klein aus, entscheidet später womöglich ein einzelner Kunde über das Ergebnis — das Modul weist Sie darauf hin.

Speichern Sie mit Speichern. Die Kampagne ist damit angelegt; ausgewählt wurde noch niemand.

3Zielgruppe aufbauen

Wechseln Sie auf die Registerkarte Zielgruppe. Sie ist zunächst leer — das ist richtig so und kein Fehler.

Registerkarte Zielgruppe vor dem Aufbau: die Schaltfläche „Zielgruppe aufbauen“, drei Kacheln mit dem Wert 0 und der Hinweis „Zielgruppe noch nicht aufgebaut“.
Abbildung 4: Vor dem Aufbau stehen alle drei Kacheln auf 0 und Marketingaktion erstellen ist ausgegraut — ohne Hauptgruppe gäbe es keine Empfänger.
So gehen Sie vor

Klicken Sie auf Zielgruppe aufbauen und bestätigen Sie die Rückfrage mit Aufbauen.

Rückfrage: „Zielgruppe jetzt aufbauen? Bestehende Zuordnungen bleiben erhalten, es wird nichts versendet.“ mit den Schaltflächen Abbrechen und Aufbauen.
Abbildung 5: Die Rückfrage vor dem Aufbau. Sie sagt Ihnen genau, was passiert — und vor allem, was nicht passiert: Es wird nichts versendet.

Nach wenigen Augenblicken füllen sich die drei Kacheln. Darunter ist die Kundenliste erschienen, und der Knopf für die Werbeaktion ist nun bedienbar.

Registerkarte Zielgruppe nach dem Aufbau: 80 Kunden in der Zielgruppe, 60 in der Hauptgruppe, 20 in der Kontrollgruppe.
Abbildung 6: Die aufgebaute Zielgruppe. Unter jeder Zahl steht, worauf sie sich bezieht — bei der Gesamtzahl der verwendete Mindestscore, bei den Gruppen der eingestellte Soll-Anteil.

Woran Sie erkennen, dass es geklappt hat

  • Die linke Kachel zeigt eine Zahl größer als 0.
  • Haupt- und Kontrollgruppe ergeben zusammen diese Zahl und entsprechen ungefähr den eingestellten Anteilen.
  • Neben Zielgruppe aufbauen ist Zielgruppe verwerfen erschienen.
  • Die Phase oben auf der Registerkarte Allgemein steht jetzt auf Bereit zum Versand.
Bleibt die Zielgruppe leer?

Dann hat kein Kunde die Bedingungen erfüllt. Die häufigsten Ursachen: ein zu hoch gewählter Mindestscore, ein Kampagnentyp, für den es derzeit keine Empfehlungen gibt, oder ein Shop, der die empfohlenen Produkte nicht führt. Senken Sie den Mindestscore und bauen Sie erneut auf.

4Zielgruppe prüfen

Unterhalb der Kacheln steht jeder ausgewählte Kunde mit seiner Gruppe und dem Produkt, wegen dem er ausgewählt wurde. Ein Blick in diese Liste lohnt sich, bevor etwas verschickt wird.

Tabelle der Zielgruppe mit den Spalten Kunde, Gruppe, Empfohlenes Produkt, Score, Status und Zugeordnet.
Abbildung 7: Die Kundenliste der Zielgruppe. Alle Namen und Nummern in diesem Handbuch sind Beispieldaten.
SpalteBedeutung
KundeKundennummer und Name. Damit finden Sie den Kunden in der Kundenliste wieder.
GruppeHauptgruppe oder Kontrollgruppe. Die Zuordnung steht fest und ändert sich bei einem erneuten Aufbau nicht.
Empfohlenes ProduktDas Produkt, für das dieser Kunde ausgewählt wurde. Auch Kunden der Kontrollgruppe tragen es — versendet wird es an sie nie.
ScoreDer Score der Empfehlung. Er liegt immer mindestens beim Mindestscore der Kampagne.
StatusAusgewählt heißt: zugeordnet, aber noch nicht angeschrieben. Der Versand setzt ihn auf Kontaktiert.
ZugeordnetTag der Zuordnung.

Über das Suchfeld Kunde oder Produkt suchen und die Auswahl Alle Gruppen filtern Sie die Liste. Mit CSV laden Sie die Zielgruppe als Tabelle herunter, etwa zur Abstimmung mit Kolleginnen und Kollegen.

5Werbeaktion erstellen

Aus dieser Kampagne heraus wird nichts verschickt. Der Versand bleibt dort, wo er hingehört: in der Werbeaktion. Den passenden Entwurf legt das Modul für Sie an.

So gehen Sie vor

Klicken Sie auf der Registerkarte Zielgruppe auf Marketingaktion erstellen. Der Entwurf wird angelegt und sofort geöffnet — mit dem Namen aus dieser Kampagne, der Hauptgruppe als Empfängerkreis und einer festen Verbindung zwischen beiden.

Block „Kunden-Segmentierung“ der neu angelegten Werbeaktion: Als Quelle ist „Empfehlungskampagne“ ausgewählt und die Beispielkampagne eingetragen.
Abbildung 8: Die neu angelegte Werbeaktion. Unter Kunden auswählen über steht bereits Empfehlungskampagne, darunter die verbundene Kampagne. Text, Kanal und Versandtermin ergänzen Sie hier wie bei jeder anderen Aktion.

Kehren Sie danach zur Empfehlungskampagne zurück, ist aus der Schaltfläche ein Verweis geworden: Zur Marketingaktion, daneben der Name und der aktuelle Stand der Aussendung.

Registerkarte Zielgruppe mit der Zeile „Zur Marketingaktion“, dem Namen der Werbeaktion und dem Vermerk „Entwurf — noch nicht berechnet und nicht versendet“.
Abbildung 9: Nach dem Anlegen führt der Verweis Zur Marketingaktion direkt zur Aussendung. Der Vermerk darunter sagt Ihnen, wie weit sie ist.
Wichtig

Eine Empfehlungskampagne beliefert genau eine Werbeaktion. Dieselbe Kampagne ein zweites Mal zu verbinden, lehnt das System ab — sonst bekämen dieselben Kunden zwei Sendungen, und die Wirkung ließe sich hinterher keiner von beiden zuordnen.

6Ergebnis ablesen

Die dritte Registerkarte heißt Ergebnis. Vor dem Versand finden Sie dort noch keine Zahlen, aber die Auskunft, worauf Sie warten.

Registerkarte Ergebnis vor dem Versand: „Die Kampagne wurde noch nicht versendet“, dazu die Größe der Gruppen und der Hinweis, dass das Ergebnis sieben Tage nach dem Versand sichtbar ist.
Abbildung 10: Vor dem Versand. Das Modul nennt die Größe beider Gruppen und den Zeitpunkt, ab dem ein Ergebnis vorliegt.

Ist die Werbeaktion raus und der Messzeitraum vorbei, steht das Ergebnis in einem Satz oben auf der Karte — darunter die Zahlen, aus denen er stammt.

Registerkarte Ergebnis nach Abschluss: Ergebnissatz, Warnhinweis zur kleinen Kontrollgruppe, Tabelle mit Hauptgruppe, Kontrollgruppe und Gesamtsumme sowie der Block „So wurde gemessen“.
Abbildung 11: Das fertige Ergebnis. Die Tabelle stellt beide Gruppen nebeneinander; der Block So wurde gemessen nennt Versandtag, Ende des Messzeitraums und die zugehörige Werbeaktion.

So lesen Sie die Tabelle

  • Kunden — wie viele in dieser Gruppe waren.
  • davon mit Bestellung — wie viele davon im Messzeitraum bestellt haben.
  • Bestellquote — der Anteil in Prozent. Diese beiden Prozentwerte sind der eigentliche Vergleich.
  • Umsatz gesamt — der Umsatz dieser Bestellungen, nicht der Gewinn. Versandkosten und Rabatte sind nicht abgezogen.

In der Zeile Kampagne gesamt steht bei der Bestellquote bewusst nicht summierbar: Zwei unterschiedlich große Gruppen lassen sich nicht zu einer sinnvollen Gesamtquote verrechnen.

Gezählt wird jede Bestellung im Messzeitraum — unabhängig davon, ob das empfohlene Produkt dabei war. Wie viel davon auf das empfohlene Produkt entfiel, steht in dem Satz unter der Tabelle.

Kennzahlen im Detail

Wer genauer hinsehen möchte, klappt unten den Bereich Kennzahlen im Detail auf.

Aufgeklappter Bereich „Kennzahlen im Detail“ mit Unterschied der Kaufquoten, Unterschied im Verhältnis, z-Wert und kleinstem nachweisbaren Unterschied.
Abbildung 12: Die vier Kennzahlen hinter dem Ergebnissatz.
KennzahlWas sie aussagt
Unterschied der KaufquotenDer Abstand beider Quoten in Prozentpunkten.
Unterschied im VerhältnisDerselbe Abstand als Vielfaches — wie viel mehr die Hauptgruppe gekauft hat.
z-WertEin Maß dafür, wie deutlich der Abstand gegenüber dem normalen Schwanken der Zahlen hervortritt. Faustregel: ab etwa 2 gilt er als belastbar.
Kleinster nachweisbarer UnterschiedWie groß der Abstand bei diesen Gruppengrößen mindestens sein müsste, damit er sich überhaupt nachweisen ließe. Liegt der tatsächliche Abstand darunter, war die Kampagne für eine sichere Aussage schlicht zu klein.

Kapitel 3Hinweise

Dinge, die im Alltag regelmäßig für Rückfragen sorgen.

Der Aufbau lässt sich gefahrlos wiederholen

Ein erneuter Klick auf Zielgruppe aufbauen verschiebt niemanden zwischen den Gruppen. Bestehende Zuordnungen bleiben, nur neu qualifizierte Kunden kommen hinzu — mit dem heutigen Datum in der Spalte Zugeordnet. Gerade wenn zwischen Anlegen und Versand einige Tage liegen, lohnt sich ein zweiter Aufbau kurz vorher.

Die Kontrollgruppe bekommt nie etwas

Auch wenn in ihrer Zeile ein empfohlenes Produkt steht: An diese Kunden geht keine Nachricht. Genau darin liegt ihr Wert.

Aus diesem Bereich wird nichts verschickt

Weder das Aufbauen noch das Verwerfen der Zielgruppe löst eine Aussendung aus. Der Versand passiert ausschließlich in der Werbeaktion, zu dem Zeitpunkt, den Sie dort festlegen.

Der Messzeitraum ist nach dem Versand festgeschrieben

Solange nichts versendet wurde, können Sie ihn ändern. Danach nicht mehr — sonst würde sich ein bereits berichtetes Ergebnis nachträglich verschieben.

Die Empfängerliste der Werbeaktion wird vor dem Versand neu berechnet

Zwischen dem Anlegen des Entwurfs und dem Versand kann Zeit vergehen, in der sich die Zielgruppe noch ändert. Die Werbeaktion holt sich ihre Empfänger deshalb beim Versand erneut aus der Kampagne.

Umsatz ist nicht Gewinn

Die Ergebnistabelle zeigt Umsätze. Versandkosten, Rabatte und Retouren sind darin nicht berücksichtigt.

Kapitel 4Sonderfälle

Was passiert, wenn Sie nachträglich etwas ändern.

Sie ändern eine Bedingung, nachdem die Zielgruppe steht

Mindestscore, Kampagnentyp, Shop und die beiden Anteile sind Bedingungen der Auswahl. Ändern Sie eine davon und speichern, passt die bestehende Zielgruppe nicht mehr dazu. Das Modul fragt deshalb nach, bevor es speichert.

Rückfrage „Speichern und die Zielgruppe neu aufbauen? 80 Zuordnungen werden dabei verworfen.“ mit den Schaltflächen Abbrechen und Speichern.
Abbildung 13: Die Rückfrage nennt die Zahl der Zuordnungen, die dabei verloren gehen. Die Gruppenzuteilung wird anschließend neu ausgelost.

Was das für Sie bedeutet: Wenn bereits versendet wurde, ändern Sie diese Felder besser nicht mehr. Die laufende Messung bezieht sich auf die Gruppen, wie sie zum Versandzeitpunkt bestanden.

Sie möchten die Zielgruppe ganz verwerfen

Zielgruppe verwerfen löscht alle Zuordnungen. Das ist sinnvoll, wenn Sie mit deutlich anderen Regeln noch einmal von vorn beginnen wollen.

Rückfrage „Alle Zuordnungen löschen?“ mit Erläuterung, einem Kontrollkästchen zum Mitlöschen der Marketingaktion und den Schaltflächen Abbrechen und Verwerfen.
Abbildung 14: Besteht bereits eine verbundene Werbeaktion, sagt Ihnen die Rückfrage, was mit ihr geschieht — und bietet an, sie gleich mit zu löschen.

Ohne Häkchen bleibt die Werbeaktion mitsamt Text und Einstellungen bestehen; nur ihre Empfängerliste ist danach veraltet. Setzen Sie das Häkchen, wird sie zusammen mit der Zielgruppe entfernt.

Die Kontrollgruppe ist sehr klein

Dann steht über der Ergebnistabelle ein Warnhinweis. Er sagt, wie viele Kunden der Kontrollgruppe gekauft haben, und erinnert daran, dass bei so wenigen ein einzelner Kunde über den Abstand entscheidet. Der Ergebnissatz bleibt trotzdem stehen — aber behandeln Sie ihn als Anhaltspunkt, nicht als Beweis. Für die nächste Kampagne hilft entweder eine größere Zielgruppe oder ein höherer Anteil für die Kontrollgruppe.

Es gibt gar kein Ergebnis

Ohne Kontrollgruppe gibt es nichts zu vergleichen, und das Modul zeigt bewusst keine Wirkung an. Eine reine Bestellquote der Hauptgruppe wäre keine Aussage über die Kampagne — sie enthielte alle Kunden, die ohnehin bestellt hätten.

Kapitel 5Das Ergebnis Ihrer Arbeit

Haben Sie alle sechs Schritte durchlaufen, steht Folgendes:

  • Eine Empfehlungskampagne mit nachvollziehbaren Regeln, die jederzeit einsehbar sind.
  • Eine Zielgruppe aus Kunden, für die das System tatsächlich eine passende Empfehlung berechnet hat — nicht aus einer pauschalen Auswahl.
  • Eine saubere Teilung in Haupt- und Kontrollgruppe, ausgelost vor dem Versand.
  • Eine Werbeaktion, die ihre Empfänger aus dieser Zielgruppe bezieht.
  • Nach Ablauf des Messzeitraums eine belastbare Aussage darüber, ob die Ansprache gewirkt hat — mit den Zahlen, auf denen sie beruht.

Der praktische Gewinn liegt im letzten Punkt. Ohne Kontrollgruppe lässt sich nach einer Aktion nur sagen, wie viel bestellt wurde. Mit ihr lässt sich sagen, wie viel davon auf die Aktion zurückgeht — und ob sich die nächste lohnt.

Kapitel 6Einstellungen

Dieses Kapitel richtet sich an Administratoren. Für die tägliche Arbeit mit Kampagnen wird es nicht benötigt.

Die Standardwerte, nach denen Empfehlungen berechnet werden, liegen unter Administration → Empfehlungen. Sie gelten für alle Kampagnen.

Einstellungsseite „Empfehlungen“ mit dem geöffneten Block Grundeinstellungen und dem eingeklappten Block Erweiterte Einstellungen.
Abbildung 15: Die Einstellungen. Oben die Grundeinstellungen, darunter der eingeklappte Block Erweiterte Einstellungen für die Feinheiten der Berechnung.
GruppeWas sie steuert
Messung und SperrfristDer Standard-Messzeitraum und die Zeit, die nach einer Ansprache vergehen muss, bevor derselbe Kunde erneut für dieselbe Empfehlung infrage kommt.
KontakthäufigkeitWie oft ein Kunde innerhalb eines Zeitfensters überhaupt angesprochen werden darf und welcher Mindestabstand dazwischen liegt.
Anzahl der EmpfehlungenWie viele Empfehlungen je Kunde gespeichert werden, insgesamt und je Art.
AuslöserWie viele Tage im Voraus eine Empfehlung entsteht und wann sie verfällt, wenn sie ungenutzt bleibt.
Neue ProdukteWie lange ein Artikel im Sortiment als neu gilt.

Neben jedem Feld steht ein kleines Fragezeichen. Ein Klick darauf öffnet einen Hinweis, der das Feld erklärt und den empfohlenen Standardwert nennt.

Geöffneter Hinweis am Feld Messzeitraum mit der Erklärung und der Zeile „Standard: 7 Tage“.
Abbildung 16: Der Hinweis zum Feld Messzeitraum. Die letzte Zeile nennt immer den empfohlenen Standardwert.

Standardwerte einsetzen trägt sämtliche empfohlenen Werte in die Felder ein, ohne sie zu speichern. So sehen Sie erst, was sich ändern würde, und übernehmen es anschließend mit Speichern.

Zu den erweiterten Einstellungen

Die Werte im zweiten Block bestimmen, wie der Score zustande kommt und wie Produktbeziehungen erkannt werden. Sie wirken auf alle Empfehlungen im System. Ändern Sie sie nur, wenn Sie die Berechnung kennen — der Block ist deshalb standardmäßig eingeklappt.

Abschluss

Eine Empfehlungskampagne ist schnell angelegt: Stammdaten eintragen, zwei Anteile festlegen, Zielgruppe aufbauen, Werbeaktion erstellen. Der eigentliche Wert entsteht aber erst danach — wenn Sie nach Ablauf des Messzeitraums noch einmal die Registerkarte Ergebnis öffnen und die beiden Bestellquoten vergleichen.

Legen Sie sich dafür eine Erinnerung auf den Tag, den das Modul unter Ergebnisse gezählt bis nennt. Wer diesen Blick regelmäßig macht, weiß nach wenigen Kampagnen ziemlich genau, welche Art von Ansprache sich bei den eigenen Kunden lohnt — und welche nicht.

Alle Abbildungen zeigen das System mit Beispieldaten. Kunden-, Firmen- und Produktnamen sowie alle Nummern sind frei erfunden.